Blackout Checkliste: So bereitest du dich auf einen Stromausfall vor

Person entzündet Holzspäne mit Feuerstahl und Arbeitshandschuhen – Symbolbild für Survival Feuer machen und Bushcraft

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Ein Blackout – also ein großflächiger, langanhaltender Stromausfall – ist kein Science-Fiction-Szenario. In Deutschland kam es allein 2022 zu über 160.000 Versorgungsunterbrechungen. Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) stuft einen flächendeckenden Stromausfall als eines der wahrscheinlichsten Krisenszenarien ein. Dabei reicht schon ein Ausfall von 24–72 Stunden, um das Alltagsleben massiv einzuschränken: Kein Licht, kein Internet, keine Heizung, kein Kühlschrank, keine Kartenzahlung, oft sogar kein fließendes Wasser.

Die gute Nachricht: Mit relativ wenig Aufwand und überschaubarem Budget kannst du dich und deine Familie auf einen Stromausfall vorbereiten. Diese Checkliste zeigt dir in 8 Kategorien, was du brauchst – von der Taschenlampe bis zum Bargeldvorrat. Jede Empfehlung basiert auf den Vorgaben des BBK und unseren eigenen Praxiserfahrungen.


Was passiert bei einem Blackout?

Ein Stromausfall betrifft weit mehr als nur das Licht in deiner Wohnung. Hier eine Übersicht, was in den ersten Stunden und Tagen passiert:

Sofort (0–2 Stunden):

  • Licht, TV, Internet und WLAN fallen aus
  • Kühlschrank und Gefriertruhe beginnen aufzutauen
  • Mobilfunkmasten haben Notstrom für ca. 30–60 Minuten – danach kein Handynetz
  • Aufzüge bleiben stehen, elektrische Türen öffnen nicht
  • Ampeln fallen aus → Verkehrschaos

Nach 4–8 Stunden:

  • Supermärkte schließen (keine Kassen, keine Kühlung)
  • Tankstellen können kein Benzin mehr pumpen
  • EC-/Kreditkartenzahlung funktioniert nicht mehr – nur noch Bargeld
  • Wasserwerke können ohne Strom kein Wasser mehr pumpen (je nach Region)
  • Heizung fällt aus (auch Gas- und Ölheizungen brauchen Strom für Pumpen und Steuerung)

Nach 24–72 Stunden:

  • Krankenhäuser laufen auf Notstrom – Kapazitäten werden knapp
  • Trinkwasserversorgung bricht in vielen Regionen zusammen
  • Abwasser kann nicht mehr gepumpt werden
  • Lebensmittel im Kühlschrank verderben
  • Soziale Spannungen steigen

Die Botschaft ist klar: Bereits nach wenigen Stunden ohne Strom bist du auf dich selbst angewiesen. Wer vorbereitet ist, bleibt ruhig und handlungsfähig.


Die Blackout-Checkliste: 8 Kategorien


1. Licht & Energie

Ohne Strom wird es dunkel – und das nicht nur abends. An bewölkten Wintertagen ist es in Innenräumen schon nachmittags finster. Lichtquellen und Energieversorgung sind deshalb die erste Priorität.

Checkliste:

  • Taschenlampe (LED, USB-aufladbar) – unsere Empfehlung: Shadowhawk S1915
  • Stirnlampe – beide Hände frei für Reparaturen und Kochen → Blukar Stirnlampe
  • Kerzen (Stumpenkerzen, mind. 10 Stück) + Streichhölzer/Feuerzeug
  • Feuerstahl als Backup → Light My Fire Army
  • Powerbank (mind. 20.000 mAh) – für Smartphone und Stirnlampe
  • Solarladegerät – für mehrtägige Ausfälle → Solarladegeräte-Vergleich
  • Ersatzbatterien (AA, AAA) für batteriebetriebene Geräte

Tipp: Die Shadowhawk-Taschenlampe hat eine integrierte Powerbank-Funktion – du kannst damit im Notfall dein Smartphone laden. Zwei Fliegen mit einer Klappe.


2. Information & Kommunikation

Ohne Internet und Mobilfunk bist du auf analoge Informationsquellen angewiesen. Ein batterie- oder kurbelbetriebenes Radio ist deine einzige Verbindung zu Behördendurchsagen und Nachrichten.

Checkliste:

  • Kurbelradio (mit DAB+/UKW, Solarpanel und Powerbank-Funktion) → Kurbelradio Test
  • Smartphone voll geladen halten – Gewohnheit: abends immer ans Ladegerät
  • Notfall-Apps installieren: NINA (BBK Warn-App), KatWarn
  • Wichtige Telefonnummern ausdrucken – bei leerem Akku nützt das digitale Adressbuch nichts
  • Trillerpfeife – einfachstes Signalmittel, funktioniert immer (viele Feuerstähle haben eine integriert)

Warum Kurbelradio? Es braucht keine Batterien und keinen Strom – du erzeugst die Energie selbst per Handkurbel. Die besten Modelle haben zusätzlich ein Solarpanel und eine USB-Powerbank, sodass du auch dein Handy notladen kannst. In unserem Kurbelradio-Vergleich findest du 7 Modelle im direkten Test.


3. Wasser

Wasser ist die kritischste Ressource. Das BBK empfiehlt 2 Liter Trinkwasser pro Person und Tag – plus Wasser zum Kochen und für die Hygiene. Für 10 Tage bedeutet das mindestens 20 Liter pro Person.

Checkliste:

  • Trinkwasservorrat: 2 Liter pro Person pro Tag (Sixpacks stilles Wasser im Keller)
  • Wasserkanister (10–20 Liter) – zum Befüllen, wenn eine Warnung kommt
  • Wasserentkeimungstabletten – als Backup für unsicheres Wasser
  • Wasserfilter – für den Fall, dass der Vorrat aufgebraucht ist → Wasserfilter-Vergleich
  • Badewanne volllaufen lassen – bei angekündigtem Stromausfall sofort tun (Brauchwasser für Toilettenspülung)

Wichtig: Bei einem Blackout kann die Trinkwasserversorgung zusammenbrechen, weil die Pumpen der Wasserwerke ohne Strom nicht funktionieren. In Hochhäusern fällt der Wasserdruck oft schon nach wenigen Stunden. Ein Outdoor-Wasserfilter wie der Sawyer Mini oder GRAYL GeoPress kann Wasser aus Regenfässern, Bächen oder Seen trinkbar machen.


4. Nahrung

Das BBK empfiehlt einen Lebensmittelvorrat für 10 Tage. Wichtig: Es muss kein spezielles Survival-Food sein – vieles davon hast du wahrscheinlich schon im Schrank.

Checkliste:

  • Konserven (Ravioli, Bohnen, Mais, Suppen, Thunfisch) – mind. 10 Dosen
  • Trockennahrung (Nudeln, Reis, Haferflocken, Müsli)
  • Zwieback, Knäckebrot, Cracker – lange haltbar, kein Kochen nötig
  • Nüsse, Trockenfrüchte, Energieriegel – hohe Kaloriendichte
  • Notfallrationen (NRG-5, BP-ER) → Langzeitnahrung-Vergleich
  • Dosenöffner (manuell!) – wird oft vergessen
  • Campingkocher (Gaskartusche) – zum Erwärmen von Konserven und Abkochen von Wasser

Tipp: Nutze das „Rotationsprinzip“: Kaufe haltbare Lebensmittel etwas mehr als üblich und verbrauche immer die ältesten zuerst. So hast du permanent einen frischen Vorrat, ohne Spezialnahrung kaufen zu müssen. Für den Bug-Out-Bag eignen sich kompakte Notfallrationen wie NRG-5 mit 20+ Jahren Haltbarkeit.


5. Wärme & Kochen

Im Winter ist ein Blackout besonders kritisch: Ohne Strom funktioniert keine Heizung – auch Gas- und Ölheizungen nicht, weil die Umwälzpumpen und die elektronische Steuerung Strom brauchen.

Checkliste:

  • Warme Kleidung und Schlafsäcke – auch für drinnen (Zwiebelprinzip)
  • Decken (Woll- oder Fleecedecken, Rettungsdecken)
  • Campingkocher mit Gaskartuschen (mind. 3–5 Kartuschen) – nur bei ausreichender Belüftung nutzen!
  • Isolierkannen/Thermoskannen – heißes Wasser lange warmhalten
  • Handwärmer (chemische Wärmepads) – für Kinder und ältere Personen
  • Feuerstahl + Sturmstreichhölzer – als Backup zum Anzünden → Anleitung: Feuer machen mit Feuerstahl

Achtung: Niemals Grills, Holzkohle oder offene Feuerstellen in geschlossenen Räumen verwenden – akute Vergiftungsgefahr durch Kohlenmonoxid! Campingkocher nur bei geöffnetem Fenster nutzen.


6. Erste Hilfe & Hygiene

Bei einem Blackout können Krankenhäuser nur eingeschränkt arbeiten und Rettungsdienste sind überlastet. Grundlegende Erste-Hilfe-Fähigkeiten und ein gut ausgestatteter Verbandskasten werden dann umso wichtiger.

Checkliste:

  • Erste-Hilfe-Kasten (DIN 13157 oder größer)
  • Persönliche Medikamente – Vorrat für mind. 2 Wochen
  • Schmerzmittel (Ibuprofen, Paracetamol)
  • Desinfektionsmittel (Hände + Wunden)
  • Hygieneartikel (Seife, Zahnpasta, Toilettenpapier, Müllbeutel)
  • Feuchttücher – wenn kein fließendes Wasser verfügbar ist
  • Müllbeutel (groß) – als Notfall-Toilette mit Katzenstreu nutzbar

7. Bargeld & Dokumente

Ohne Strom funktionieren keine EC-Terminals, keine Geldautomaten und keine Online-Überweisungen. Bargeld ist im Blackout die einzige Zahlungsmethode.

Checkliste:

  • Bargeldreserve – mind. 500 € in kleinen Scheinen (10er, 20er) zu Hause
  • Ausweisdokumente in einer wasserdichten Mappe (Personalausweis, Reisepass, Führerschein)
  • Versicherungspolicen (Kopien)
  • Impfpass
  • Grundriss der Wohnung/des Hauses – für den Notfall (Feuerwehr)
  • USB-Stick mit digitalen Kopien aller wichtigen Dokumente

8. Sicherheit & Sonstiges

Checkliste:

  • Feuerlöscher (geprüft und griffbereit)
  • Rauchmelder mit funktionierenden Batterien
  • Werkzeug (Multitool, Zange, Schraubendreher)
  • Klebeband / Panzertape – universelles Reparaturmittel
  • Survival-MesserSurvival Messer Test
  • Beschäftigung für Kinder (Spiele, Bücher, Kartenspiele) – kein Strom = keine Bildschirme
  • Haustier-Vorräte – Futter und Wasser nicht vergessen!
  • Nachbarn informieren – gegenseitige Hilfe ist im Ernstfall Gold wert

Was tun, wenn der Strom ausfällt? 7 Sofortmaßnahmen

Der Strom ist weg. Was jetzt? Hier dein Sofortplan für die ersten 30 Minuten:

  1. Ruhe bewahren. Die meisten Stromausfälle dauern nur Minuten bis wenige Stunden.
  2. Prüfen: Ist nur deine Wohnung betroffen (Sicherung?) oder die ganze Straße/Region? Blick aus dem Fenster: Haben die Nachbarn Licht?
  3. Taschenlampe holen – dafür sollte sie immer am gleichen, griffbereiten Platz liegen.
  4. Kurbelradio einschalten – auf UKW oder DAB+ nach Behördendurchsagen suchen.
  5. Smartphone in den Flugmodus – spart massiv Akku. Nur kurz aktivieren, um Nachrichten zu prüfen.
  6. Kühlschrank und Gefriertruhe geschlossen halten – ein voller Gefrierschrank hält bis zu 48 Stunden ohne Strom, wenn er nicht geöffnet wird.
  7. Badewanne mit Wasser füllen (solange Wasserdruck vorhanden) – als Brauchwasser für Toilettenspülung.

Was kostet die Blackout-Vorsorge?

Die gute Nachricht: Blackout-Vorsorge muss nicht teuer sein. Hier eine realistische Kalkulation:

  • Wasservorrat (20 Liter pro Person): ca. 5–8 €
  • Lebensmittelvorrat (Konserven, Nudeln, Reis für 10 Tage): ca. 30–50 €
  • Kerzen + Streichhölzer: ca. 5 €
  • Taschenlampe (Shadowhawk): ca. 25 €
  • Stirnlampe (Blukar): ca. 12 €
  • Kurbelradio (Empfehlung): ca. 30–50 €
  • Campingkocher + 3 Kartuschen: ca. 25–35 €
  • Erste-Hilfe-Kasten: ca. 15–25 €
  • Bargeldreserve: 500 € (keine Kosten – nur bereitlegen)

Gesamtkosten (ohne Bargeld): ca. 150–200 € für eine Person. Das ist weniger als ein durchschnittliches Monatsabo für Streaming-Dienste – aber im Ernstfall unbezahlbar.


Was empfiehlt das BBK?

Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) gibt auf seiner Website bbk.bund.de konkrete Empfehlungen zur Krisenvorsorge. Die wichtigsten Punkte:

  • Lebensmittelvorrat für 10 Tage
  • 20 Liter Trinkwasser pro Person für 10 Tage
  • Batterie- oder kurbelbetriebenes Radio mit Reservebatterien
  • Taschenlampe mit Reservebatterien
  • Erste-Hilfe-Material und persönliche Medikamente
  • Dokumentenmappe mit Kopien wichtiger Unterlagen
  • Bargeldvorrat in kleinen Scheinen

Die vollständige BBK-Checkliste findest du unter bbk.bund.de/ratgeber. Unsere Checkliste oben geht bewusst darüber hinaus und berücksichtigt auch moderne Hilfsmittel wie Solarladegeräte, USB-aufladbare Lampen und Wasserfilter.


Häufige Fragen

Wie wahrscheinlich ist ein Blackout in Deutschland?

Kurze Stromausfälle (Minuten bis wenige Stunden) passieren regelmäßig. Ein großflächiger, mehrtägiger Blackout ist seltener, wird aber vom BBK als realistisches Szenario eingestuft – besonders im Winter bei hoher Netzbelastung oder durch Cyberangriffe auf kritische Infrastruktur.

Für wie viele Tage sollte ich vorsorgen?

Das BBK empfiehlt mindestens 10 Tage. Für die meisten realistischen Szenarien sind 3–5 Tage ausreichend. Wir empfehlen: Starte mit einem 3-Tage-Vorrat und baue ihn schrittweise auf 10 Tage aus.

Funktioniert mein Handy bei einem Blackout?

Nur solange der Akku hält und die Mobilfunkmasten Notstrom haben – typischerweise 30–60 Minuten. Danach bricht das Netz zusammen. Deshalb: Handy in den Flugmodus setzen, um Akku zu sparen, und ein Kurbelradio als alternative Informationsquelle bereithalten.

Brauche ich einen Generator?

Für die meisten Haushalte ist ein Generator überdimensioniert und teuer. Ein Solarladegerät, eine große Powerbank und ein Kurbelradio decken den wichtigsten Energiebedarf (Licht, Handy, Radio) deutlich günstiger und leiser ab.

Was mache ich, wenn das Wasser nicht mehr fließt?

Nutze deinen Wasservorrat. Für die Toilettenspülung kannst du Regenwasser oder das Wasser aus der Badewanne verwenden (deshalb: bei Blackout-Warnung sofort Badewanne füllen). Für längere Ausfälle ist ein Outdoor-Wasserfilter sinnvoll, der Wasser aus natürlichen Quellen trinkbar macht.


Fazit

Ein Blackout muss kein Albtraum sein – wenn du vorbereitet bist. Die wichtigsten Schritte: Wasser und Nahrung für 10 Tage einlagern, Lichtquellen und ein Kurbelradio bereithalten, Bargeld zu Hause haben und einen Erste-Hilfe-Kasten griffbereit lagern. Gesamtkosten: ca. 150–200 € pro Person. Das ist eine überschaubare Investition für ein ruhiges Gewissen.

Starte heute – nicht morgen. Du musst nicht alles auf einmal kaufen. Fang mit den drei wichtigsten Dingen an: Wasservorrat, Taschenlampe und Kurbelradio. Den Rest baust du Stück für Stück auf.

Unsere Vergleiche und Ratgeber helfen dir bei der Auswahl: